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Derivate: Gefängnis für die Ex-OB?

Knackpunkt der Affäre um die wohl 57 Millionen verspielten Euros war die Tatsache, dass die Ex-OB Christel Augenstein (FDP) - studierte Diplom-Finanzwirtin - und ihre Kämmerin "vergessen" hatten, vor dem "Big Deal" den Gemeinderat zu informieren. Das könnte als u.a. Veruntreuung gewertet werden. Zudem sind solche riskanten Spekulationsgeschäfte für Gemeinden verboten. Das hohe Risiko "bis zum Totalverlust" müsse den beiden spielwütigen Damen wohl bewusst gewesen sein, meinen Bank-Insider. Die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Mannheim (zuständig für Wirtschaftsverbrechen) laufen immer noch. Allerdings ist bekannt, dass Augenstein beste Kontakte zum Ministerpräsidenten Stefan Mappus und anderen einflussreichen Persönlichkeiten besitzt. Vielleicht könnte ihr das aus der Patsche helfen. Mal sehen, wie unabhängig die Justiz wirklich ist. Doch der Druck der Öffentlichkeit ist groß: Immer mehr Bürger wollen wissen, wie es im Fall Augenstein nun weiter geht. Dass die Ex-OB sich ihrer Verantwortung entziehen könnte, lehnt die Mehrheit der Pforzheimer ab. "Warum putzt Frau Augenstein als kleine Sühne nicht schon mal das Wartbergbad?", meinte ein Leser ironisch zum Stadtblatt.

Die ehemalige OB könnte im Falle ihrer Verurteilung ein Jahr und ihre Kämmerin fünf Jahre Knast bekommen, glauben Insider. Auch eine Haftung mit dem Privatvermögen könnte für die wohlhabende Zahnarzt-Gattin in Betracht kommen. Dafür müsste Ehemann Dr. Jörg Augenstein noch eine Menge Zähne ziehen. Und die schmucke Villa am Haidach-Rand wäre auch dahin. Trotzdem sonnt sich Christel Augenstein immer noch gerne in der Öffentlichkeit, so geschehen bei einer Bürgerversammlung in der Stadthalle, wo sie von etwa 50 Pforzheimern ausgebuht wurde, während der Rest und der neue OB Hager die Zwischenrufe als "unhöflich" bezeichnete. Augenstein sitzt auch immer noch z.B. im Aufsichtsrat der Stadtbau GmbH.

Solange beklagen Pforzheimer Bank-Insider gegenüber dem Stadtblatt den "verheerenden Imageverlust" für unsere Stadt und die Bank-Institute überhaupt. "Bei unserer Bank gibt es solche Derivate-Geschäfte gar nicht, denn die gelten als hoch risikoreich", so ein Insider zu unserer Redaktion. Das Image Pforzheims sei deutschlandweit durch die Finanzspekulationen der Ex-OB ruiniert. "Das wird Pforzheim in 30, 40 Jahren nicht mehr los." Die Stadt sei inzwischen völlig Pleite, habe die meisten Arbeitslosen in B-W und die höchsten Quoten beim Jugend-Alkoholismus in der ganzen Bundesrepublik. JW

Mehr über Christel Augensteins "Karriere" >>> und >>>

"Homepage im Dauer-Umbau" - die private Webseite von C.A.

KOMMENTAR:

Stadt verzockt Geld der Bürger

Dümmer geht’s nimmer … Oder wie würde man einen Privatmenschen nennen, der sein gesamtes (ausgeliehenes) Kapital mit einer hochriskanten Geldanlage verspielt? Die Stadt Pforzheim hat das jetzt mit ihrem Geld – sprich dem der Bürger – getan. Wohl 77 Millionen Euro steckte die Stadt in so genannte Derivatgeschäfte mit der Deutschen Bank. Eine Anlageform, die sogar die Banker intern als höchst risikoreich einstuften. Nur im Rathaus war das angeblich keinem bekannt. Also will auch niemand die Verantwortung tragen. Und das zur Amtszeit von Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP), die als gelernte Steuerberaterin eigentlich Ahnung von der Materie haben müsste. Dabei scheint man sogar noch gehofft zu haben, ein „Schnäppchen“ zu machen. Die Stadt muss rund 130 Millionen Euro laufende Zinsen bezahlen, die man teilweise mit der Risikoanlage ausgleichen wollte.

An allen Ecken und Enden spart die Stadt – gerade auch an wichtigen Zukunftsinvestitionen. Begründung: Kein Geld im Säckel. Und jetzt das: Der größte Hammer ins Kontor ausgerechnet mit der angeblich als seriös geltenden Deutschen Bank. Für die Bürger bedeutet es, dass Pforzheim de facto nun endgültig pleite ist. Und das Jammern wird endlos werden über die leeren Kassen. Das unverantwortliche Spiel mit unserem Geld verhindert nun endgültig jegliche größere Investition in die Zukunft unserer Stadt. Was das nach sich zieht, ist kaum zu erahnen. Zu einem Privatmenschen würde man wohl sagen: „Du kannst dich einsargen lassen“. Doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt: Das Rathaus hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Ob der aber gegen die mächtigste Bank der Bundesrepublik eine Chance haben wird, ist die große Frage. Letztendlich hat sich die Stadtverwaltung unter Ex-OB Christel Augenstein diese Katastrophe selbst eingebrockt. Und das ganze Land lacht mal wieder über die Dummheit der „Pforzemer Seckel“. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Mannheim ermittelt weiter gegen die Beschuldigten wegen Veruntreuung, teilte sie uns auf Anfrage mit. Jürgen Wiedmann (Stand 30.6.2010)


 

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Da lacht sie noch: Christel Augenstein in glücklicheren Zeiten

Medien in ganz Deutschland berichten:

Originalbericht von ARD/ Plusminus vom 8.6.2010 über Pforzheims Pleite

Interessanter Artikel aus der großen baden-württembergischen Zeitung "Südkurier" über das "Prinzip Hoffnung" des amtlichen Pforzheim mit seiner "Vogel-Strauß-Politik"

Die dubiose Bettel-Aktion "Hand in Hand"