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Nazi-Fans beim FC Pforzheim
Besonders der Fussball hat es den Neo-Nazis angetan. In den Regional- und Oberligen und auch den unteren Ligen tummeln sich diverse Nazi-Fan-Gruppen, die die sportlichen Veranstaltungen nutzen, ihr braunes Gedankengut zu verbreiten. Leider haben die Vereine und Ligen zu spät reagiert und mucken nur auf, wenn es echte Randale gibt. Auch der 1. FC Pforzheim durfte sich inzwischen "rühmen," eine Neo-Nazi-Fangruppe hinter sich stehen zu haben, die ihn lautstark und auch mit Randale unterstützte. Ein Mitglied, das dieses braune Treiben bemerkte und auf der Mitgliederversammlung am 13.3.08 kritisierte, flog kurzerhand aus dem Verein.
Die "Pforzheimer Boys" sind ins Gerede gekommen, weil auf ihrer Homepage Personen zu sehen gewesen sein sollen, die angeblich den verbotenen „Deutschen Gruss" (Hitler-Gruss) gemacht haben sollen, „der Staatsschutz sei bereits eingeschaltet worden.“ Man distanzierte sich aber nach eigenem Bekunden „vom rechten und linken Milieu.“ Für den FCP ist nach dieser „neuen Schlappe“ wohl zu befürchten, dass er ohne ein „reinigendes Gewitter“ in eigener Sache wohl mit diesen negativen Aktionen seiner Fans Probleme bei weiteren Punktspielen erhalten wird. Bemerkenswert war der Kommentar der grössten Lokalzeitung ("PZ") , die das Thema „Feuerwerk“ am 25.8.08 einfach unter den Tisch fallen ließ – im Gegensatz zum viel kleineren Konkurrenten "Pforzheimer Kurier" (BNN) - warum wohl? Auch wenn die "PZ" einen Tag später mit einem Miniartikel hinterkarrte wie die "alte Fasnet", wohl aufgrund der Berichterstattung der anderen Medien...
Unrechtmäßige Polizei-Aktion gegen FCP-Kritiker
Nicht schlecht gestaunt hat das wegen seiner Nazi-Kritik geschasste FCP-Mitglied: Bei dem 59-jährigen Hausbesitzer und Geschäftsmann aus dem Arlinger klingelte frühmorgens die Polizei an seiner Haustüre und verschaffte sich Einlass. Ein vorgelegter richterlicher Durchsuchungsbefehl wies einen Anfangsverdacht wegen angeblicher "übler Nachrede" auf. Die Polizei war in Mannschaftsstärke mit zwei Transportern angerückt und schleppte quasi alle Geschäfts-Computer, CD´s, Faxe und Drucker aus dem Wohn- und Geschäftshaus. "Sogar den MP3 Player meiner Tochter haben sie mitgenommen," klagte er. "Ich kann zur Zeit nicht arbeiten, die haben mir alle Arbeitsmittel entzogen." Hintergrund soll angeblich ein anonymes Schreiben sein, in dem jemand einen FCP-Sponsor und Würstchenfabrikanten aufgefordert haben soll, "in Zukunft den FC Nöttingen zu unterstützen und nicht mehr den 1. FC Pforzheim." Da der betroffenene Arlinger Bürger als FCP-Mitglied und auch Sponsor bereits mehrfach wegen Kritik an der Vereinsführung aufgefallen sein soll, liegt es seiner Meinung nach nahe, "dass mit hier jemand etwas anhängen wollte." Der Geschädigte wollte einen Anwalt einschalten, um schnell wieder an seine Geschäftsunterlagen zu kommen, "denn ich habe schließlich nichts verbrochen und an den Staat bereits mehrere Millionen an Steuern bezahlt." Nach rund vier Wochen ohne Computeranlage und Fax zeigte der Geschäftsmann den Vorgang beim Europäischen Gerichtshof in Strassburg an, da er offenbar in die örtliche Justiz wenig Vertrauen hatte und ihm wohl Vorurteile entgegenschlagen würden.
Der FCP-Kritiker wurde schließlich am 30.4.09 vom Amtsgericht Pforzheim vom Vorwurf der Vereinsschädigung freigesprochen und musste wieder in den Verein aufgenommen werden. Ein mit der Hausdurchsuchung beauftragter Polizeibeamter soll zwischenzeitlich "degradiert und versetzt worden sein." In einer ersten Stellungnahme freute sich der geschädigte Geschäftsmann über seinen juristischen Erfolg und kündigte "weitere Schritte gegen die Verantwortlichen an."
Quelle: Pforzheimer Rundschau 2.9.08