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Entwarnung bei "Onkelz"-Konzert

Tolle Stimmung, gute Laune, keine Probleme mit der Presse - das freut den Journalisten. Zum Konzert verschiedener Heavy-Deutschrockbands kamen mehrere Hundert junge Leute in die Pforzheimer Schwarzwaldsängerhalle. Die anfangs befürchtete Randale blieb aus. Immerhin sehen sich diese Gruppen als Nachfolger der leider auch bei Neonazis beliebten "Böhsen Onkelz". Die Polizei war nicht präsent - vielleicht wurde im Vorfeld abgeklärt, dass es sich um eine harmlose Veranstaltung handelte. Wahrscheinlich haben die Beamten derzeit auch eine Menge anderer Probleme mit randalierenden deutschen Fußball-Fans, den Neonazi-Aktivitäten und der immer heftiger werdenden Jugend-Gewalt in unserer Stadt. Und mit der Verfolgung harmloser Mitbürger.
Die Bands hatten ihre eigenen Security-Leute mitgebracht, die äußerst höflich und zuvorkommend waren. Im Gegensatz zu üblen Ereignissen bei anderen Pforzheimer Veranstaltungen. "Unsere Konzerte laufen meistens völlig friedlich ab", sagte Schöni, ein Mitveranstalter zu unserer Redaktion. Gewaltbereite Nazis würden schon im Vorfeld ausgesondert. Die meisten begeisterten Fans kamen zum Teil aus ganz Deutschland angereist - eine verschworene Gemeinschaft. Nur etwa 50 Besucher waren aus Pforzheim. Entsprechend friedlich verlief das Konzert.

Schöni zu den schlimmen Vorkommnissen mit Neonazis in der "Ex-Goldstadt" in letzter Zeit: "Wir lehnen sowas ab - ich habe gehört, dass es in Pforzheim viele Probleme mit Jugendlichen gibt." Die Stadt müsse deshalb unbedingt dafür sorgen, dass sich die Kids aus verschiedenen Nationen freundschaftlich treffen könnten, um künftig ohne Gewalt miteinander auszukommen. "Integration ist für uns das wichtigste - Nazi-Parolen lassen wir bei unseren Konzerten nicht zu", so der Mitveranstalter. Alle dürften mitmachen und dabei sein. Dies betreffe auch die sogenannten "Glatzen", meist Leute mit stark rechter Einstellung.
Diese Toleranz auch für Rechte ist wohl das einzige Problem der "Onkelz"-Bands. Neutralität kann eben auch schon förderlich für Nazi-Aktivitäten sein. Das war schon in der Hitlerzeit so, als die meisten Deutschen "wegschauten". Dieser Verantwortung müssten sich die jungen Bands auch stellen und ihre vielen Konzertbesucher deutlich darauf hinweisen, dass rechte Gewalt nicht tolerabel sein darf.

Die Kult-Gruppe "Böhse Onkelz" galt in ihren Gründungsjahren als rechtsextrem. CDs der Musiker landeten auf dem Index und wurden verboten wegen verfassungs- und ausländerfeindlichen Inhalten. In der Pforzheimer Jugendkneipe "Pflaumenbaum" treffen sich nach unseren Informationen immer wieder Neonazis, besonders gerne bei den regelmäßigen "Böhse-Onkels"-Nächten. Mehr Infos über die bei dem jetzigen Konzert in der Schwarzwaldsängerhalle aufgetretenen Bands gibt es hier. Video vom Konzert kann man hier anschauen. JW

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