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Prominenz kostenlos auf der Mess'
Jedes Jahr das Gleiche: Immer wenn die Mess' eröffnet wird, drängen sich Scharen von Gemeinderäten und Pforzheimer Presseleuten an den Fahrgeschäften. Zum Beispiel an der Geisterbahn "Fahrt zur Hölle". Oder dem "Lach-Freu-Haus" und dem "Fun-Schiff". Kein Wunder: Die "feinen Herrschaften" werden stets von den Messebeschickern und Schaustellern mit ihrem langjährigen "Präsident" Fritz Haas zum kostenlosen Mess'-Vergnügen eingeladen. Inklusive gemeinsamem Schmaus und manchem Bier und Schnäpschen im feuchtfröhlichen Bierzelt. Als Gegenleistung erwarten die Schausteller natürlich, dass die Politiker und Presseleute ihnen stets wohlgesonnen bleiben, sprich Probleme mit der Mess' werden gerne unter dem Teppich gehalten. Und die Pforzheimer Presse, allen voran die "Pforzheimer Zeitung" rührt eifrig die Werbetrommel für das Spektakel. Jedenfalls haben die Lokalpolitiker ihren Spaß - sonst ist ja in der "Ex-Goldstadt" eigentlich "Schluss mit Lustig". Dagegen müssen die "normalen" Mess'-Besucher immer höhere Preise in Kauf nehmen. Mit von der Partie war übrigens der bekannte Pforzheimer Trauring-Fabrikant Roland Rauschmayer, der sich gerne als Wohltäter für Arme präsentiert. Der "Herr der Ringe" hatte schon vor Jahren versucht, dem Stadtblatt-Redakteur Jürgen Wiedmann und unserer Zeitung zu schaden. Wir hätten angeblich unangemessen über den "Ehrenmann" berichtet. Das Karlsruher Gericht sprach uns jedoch von jeder Schuld frei und verteidigte die Pressefreiheit. Rauschmayer musste die Kosten bezahlen. Aber da traf es wenigstens keinen Armen. sb