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Nazis in Pforzheim ohne Ende

Auch heute gibt es wieder starke Nazi-Aktivitäten in Pforzheim. Besonders tun sich dabei der "Freundeskreis Herz für Deutschland" und eine "Kameradschaft Heidnischer Sturm" hervor. Eine relativ neue Gruppierung soll die so genannte "Nagoldfront" sein. Jedes Jahr an unserem Schicksalstag, dem 23. Februar, dem Tag der Bombenzerstörung, läuten 20 Minuten lang alle Kirchenglocken. Und Neonazis halten auf dem Wartberg in der Nordstadt im Fackelschein eine als Demonstration "gegen den alliierten Bomben-Terror" getarnte Versammlung ab. Dabei werden sie durch die Obrigkeit nicht gestört. Viele Neonazis aus anderen Städten werden angezogen. Sie dürfen jedes Jahr aufs neue seit 1994 an dem offiziellen Gedenktag ihre Fackelparade durchführen.

Die ebenfalls Jahr für Jahr anreisenden Nazi-Gegner und Antifaschisten, mehrheitlich junge Leute, werden dagegen von großen Polizeikräften eingekreist, an Gegendemonstrationen gehindert, verhaftet und kriminalisiert. Die Bevölkerung hält diese Leute für "linke Chaoten" und Randalierer, die ihr schönes Städtle ruinieren wollen. Zu dieser "öffentlichen Meinung" trägt die "Pforzheimer Zeitung" immer wieder einiges bei. Diese Vorgänge machen immer wieder Schlagzeilen im ganzen Land. Dies wirft ein sehr schlechtes Bild auf unsere Stadt. Doch die politisch Verantwortlichen unternehmen nichts. Stattdessen kam es vor ein paar Jahren zur größten Polizeiaktion in der Geschichte Pforzheims, vielleicht sogar von ganz Baden-Württemberg. Tausende von Spezialkräften umzingelten die antifaschistischen Gegen-Demonstranten, die Nordstadt wurde weiträumig abgesperrt, Polizei-Hubschrauber kreisten über der Stadt. Es war fast wie im Krieg. Hier können Sie Näheres nachlesen: http://linksunten.indymedia.org/de/node/16672

"Deutsche Polizisten schützen die Faschisten" (bekannter Antifa-Spruch)

Wahlerfolge der Faschisten

Bei den Landtagswahlen 1992 kamen die Rechtsradikalen auf 18,5 Prozent der Wählerstimmen in Pforzheim, das waren über 10.000 (!) Wähler! 1996 sah es nicht viel besser aus:  6.000 Pforzheimer wählten die REPs (14,3 Prozent). Noch bei den Bundestagswahlen 2009 erhielten die Neonazis über 1.000 Stimmen in Pforzheim.

(Quelle: http://www.pforzheim.de/fileadmin/user_upload/statistik/11_Wahlen.pdf)

Bei der Gemeinderatswahl 2009 gingen von 84.555 Wahlberechtigten nur noch 33.447 zu den Urnen. Die Politikverdrossenheit war bei diesen Wahlen auf ein Rekordniveau gestiegen. Die bisher mit absoluter Mehrheit selbstherrlich "regierende" CDU bekam nur noch 26,2 Prozent der Stimmen. Damit hatte die Partei eine deutliche Quittung von den unzufriedenen Wählern erhalten. Zum Glück kamen keine Neo-Nazis in den Gemeinderat. Trotzdem hat sich in Pforzheim nicht viel geändert.

Ein hoher NPD-Funktionär erklärte für die Wahlen 2011: “Grundlage eines Antritts müssen stark gewachsene Strukturen, eine totale Mobilisierung der Mitgliedschaft und die Bereitschaft, sich der NPD bedingungslos anzuschließen, sein.” Solche Sprüche hatte man schon von Adolf Hitler gehört.
Her finden Sie die Originalzitate: http://www.npd-bw.de/?p=1437

Rechtsradikale Gäste

Immer wieder treffen sich Neo-Nazis auch in Pforzheimer Gaststätten. Folgende Informationen entdeckten wir im Internet unter der Überschrift "Rechtsradikale nutzen Arglosigkeit eines Wirts":
"Die rechtsradikale NPD hat am Pfingstsonntag in der Gaststätte „Im Hinteren Tal“ in Pforzhiem-Dillweißenstein eine mehrstündige Veranstaltung abgehalten. Den Wirtsleuten, die seit März Pächter der Vereinsgaststätte der dortigen Spielvereinigung sind, wurde seitens des Veranstalters – nach unseren Informationen ein Privatmann aus Rosenberg – lediglich avisiert, im Rahmen einer geschlossenen Gesellschaft „werde ein Autor über sein Buch“ referieren. Das stimmt – aber hätte der Vorstand der Spvgg Dillweißenstein gewusst, wes’ Geistes Kind der Veranstalter war, hätte man die Notbremse gezogen – so Vorstandsmitglied Helmut Schmitt. Der war am Sonntagnachmittag ins Hintere Tal gekommen und hatte sich noch über die vielen Autos aus ganz Süddeutschland gewundert. Als er sah, was sich im Inneren der Gaststätte abspielte, „da bin ich zusammengezuckt“. Wohl ist die NPD nicht verboten, wohl lag kein verfassungsfeindliches Material aus, doch die Redner vor den rund 100 Anwesenden (darunter einige Glatzen mit T-Shirts „No-go-area Karlsruhe“) hatten es in sich: Olaf Rose, der eine Vortragende, ist Germanist, Historiker, Autor, Vortragsredner und arbeitet seit 2006 für die NPD. Der Geschichtsrevisionist hetzt gegen die Engländer und vertritt die These, dass der ehemalige Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß im Gefängnis in Spandau ebenso ermordet wurde wie SS-Chef Heinrich Himmler. Rose ist Mitglied im Vorstand der „Kulturvereinigung Gesellschaft für Freie Publizistik“. Die sieht es unter anderem als ihre Aufgabe an, „unsere Volksgenossen auf die Lügen der BRD-Schickeria aufmerksam zu machen“. Ihm zur Seite steht immer wieder – so auch an Pfingsten im „Hinteren Tal“ – der ehemalige Hess-Krankenpfleger Abdullah Melaouhi. „Und das ausgerechnet am Tag, als unsere französischen Freunde aus St. Maur da waren“, stöhnt Helmut Schmitt, der sich namens des Vereins entschieden von den rechtsradikalen "Gästen" distanziert. Am Sonntag rief er umgehend bei der Polizei an. Die hatte schon Wind von der Sache bekommen, entschied sich aber, aus "rechtlichen wie taktischen Gründen", so Polizeisprecher Wolfgang Schick, die Veranstaltung nicht aufzulösen."

(Quelle: http://resistancepforzheim.blogsport.de/2008/05/14/nazis-in-pforzheimer-lokal/)

Es gibt immer wieder auch noch andere Gaststätten in Pforzheim, wo sich die Neonazis treffen. Sie finden wohl immer wieder einen "Dummen"(?). Aber ob diese Wirte wirklich so naiv sind oder ganz genau wissen, wen sie beherbergen, ist eine andere Frage. Wenn natürlich die Zeitung kommt, hat man mit "Arglosigkeit" eine gute Ausrede ... JW

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