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STADTBLATT PFORZHEIM

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Der Puff-Prinz, der Ex-REP und der Multi-Wirt

Ein feines Pforzheimer Trio im Knast

Vom Pforzheimer Metzger zum Puff-Prinz: Marcus Eberhardt, berüchtigter Zuhälter und wegen Menschen-, Drogen- und Waffenhandel zeitweise im Gefängnis wird von der "feinen" deutschen Gesellschaft geadelt. In sämtlichen bunten Gazetten, in bekannten Talkshows und Interviews interessiert sich die geblendete Journaille und die Öffentlichkeit anscheinend viel mehr für Eberhardts Reichtum und Jetset-Leben als für seine dunkle Vergangenheit. Der Adoptiv-Prinz hat laut "Spiegel" vier Jahre im Gefängnis verbracht - dort allerdings ohne seine zahllosen "leichten Mädchen". Er soll wahrscheinlich der größte Bordellbesitzer Deutschlands sein. Vor kurzem hat er eine noble Villa auf dem Rod bezogen. In Birkenfeld baut er eine weitere.

Dabei stammt der heute 43-jährige, der sich seinen Adelstitel Prinz Marcus Eberhardt Edward von Anhalt, Herzog von Sachsen und Westfalen, Graf von Askanien angeblich für mehrere Millionen Euro gekauft hat, aus einfachen Verhältnissen. Neben dem Metzgerhandwerk lernte der als brutal Bekannte auch noch Koch. Aus dieser Zeit wohl kennt er seinen damaligen Busenfreund, den "berühmten" Pforzheimer Multi-Gastwirt Frank Daudert. Mit ihm und dem früheren REP-Oberbürgermeisterkandidaten Rolf Lauterbach (Sohn des ehemaligen CDU-Fraktionschefs) saß der Prinz vor Jahren in gemeinsamer Untersuchungshaft. Ein riesiger Fall von organisierter Kriminalität tat sich vor den Ermittlern des Landeskriminalamtes auf. Doch dann kreiste der Justiz-Berg schließlich und gebar eine Maus: Eberhardt kam in den Knast, die zwei anderen wieder frei. Warum, verstand damals eigentlich niemand so recht. Von guten Kontakten zur Pforzheimer Polizei wurde gemunkelt, die mutmaßliche Verbrecher informiert und gedeckt haben soll. Wahrscheinlich war viel Geld aus den gigantischen Prostitutionsgeschäften im Spiel.

"Prinz Prolo" mit einem seiner Lieblingsspielzeuge

Der Ex-Rechtsextremist und angebliche Millionen-Pleitier Lauterbach residiert heute als scheinbar sanft gewordener Immobilien-Verwalter in einer noblen Villa auf dem Rod. Übrigens in ganz frischer Nachbarschaft zu seinem Kumpel aus früheren Tagen Prinz Marcus von Anhalt, der erst vor kurzem im feinen Stadtteil eines seiner vielen weltweiten Luxus-Domizile bezogen hat. Seinen schier unermesslichen Reichtum, seine zahllosen Sportwagen, Villen und Protzschmuck-Massen hat der Mega-Zuhälter mit seinen mindestens 23 florierenden Bordellen schon aus den Tagen seiner dunklen Machenschaften mit leichten Mädchen aus Osteuropa und allem sonst, was möglichst viele Moneten brachte.

Rund 1.000 Prostituierte sollen laut "Spiegel" für ihn anschaffen. Er soll mindestens 100 Millionen Euro besitzen - die "Dunkelziffer" ist wahrscheinlich noch viel höher. Vor Gericht pflegt seine "Hoheit" laut Finanzamt Mühlacker ein (versteuertes) Einkommen von "nur" 420.000 Euro anzugeben. Er soll mindestens 13 Eintragungen im Vorstrafenregister haben, so Fahren ohne Führerschein oder Körperverletzungen. Bei einem seiner zahllosen Bordelle in Waiblingen fiel er mit seinem Porsche einer Polizeistreife auf - mit rund 1,2 Promille. Daraufhin musste er 200.000 Euro bezahlen. Der Staatsanwalt hatte eigentlich eine Million gefordert.

Seine Angestellten schätzt Eberhardt heute auf etwa 300, seine Autos auf "26 oder 27". Das Vorstrafen-Register von "Prinz Protz" ist ebenso beachtlich. Unter anderem wurde er der Steuerhinterziehung verdächtigt. Hiermit sollte sich wohl auch mal die hiesige Justiz befassen. Schließlich könnte die Pleite-Stadt Pforzheim einen veritablen (Steuer)Geldsegen dringend gebrauchen, bevor immer mehr bei den anständigen Bürgern gespart wird. Marcus Eberhardt könnte bestimmt etwas von seinem Reichtum entbehren - hohe Gerichtsstrafen pflegt seine "Hoheit" mit dem Gegenwert seiner Armbanduhr (200.000 Euro) zu bezahlen. Und sich darüber ins Fäustchen zu lachen. So ganz sicher scheint sich der Gold(stadt)junge aber dann doch nicht zu fühlen: Er hat mehrere Bodyguards und gute Kontakte zu der Rockertruppe "Hells Angels", die ja inzwischen dank ihrer Macht als "Staat im Staate" gelten. Kein Wunder: Wer so unverhohlen mit seinem Reichtum protzt, hat viele Neider - vor allem in dieser "noblen" Szene. "Irgendwann wird er wohl umgepustet", meint ein Insider.

Der dritte im Bunde hat seinen Geschäftssitz auch nicht weit weg. Frank Daudert verdiente sich mit seiner Firma Gastrosys eine goldene Nase - immer eifrig unterstützt vom Brauhaus und der Stadt Pforzheim. Ob der riesige stadteigene Biergarten im Enzauenpark (untergepachtet vom Scheidtweiler-Clan), das Bierzelt auf der Mess' oder die berühmt-berüchtigte Kneipe "Pflaumenbaum" in der Nordstadt - Daudert profitiert prächtig von seinen guten Kontakten in der "Ex-Goldstadt"-Szene. Er hat vom Bierkönig und der Stadt quasi die Lizenz zum Gelddrucken. Und ist außerdem zum Sprecher der Oechsle-Fest-Wirte und gern gesehenen Mitglied des City-Marketing aufgestiegen. Trotzdem gilt der Wirt heute wieder als Ehrenmann im "Städtle". "Mir kann keiner was anhaben", scheint er sich ganz sicher zu fühlen.

Schon als damals das Stadtblatt ausführlich über das saubere Knast-Trio und ihre mutmaßlich guten Connections zur Polizei berichtete, juckte das die reichen Kumpels wenig. Sie riefen von ihrer Finca auf Mallorca bei unserer Redaktion an und behaupteten süffisant, unser Artikel hätte ihnen ja eigentlich ganz gut gefallen, aber etwas Ähnliches wollten sie dann doch nicht mehr lesen. Eine versteckte Drohung mit dem Versuch, die kritische Presse unter Druck zu setzen. Das scheint den feinen Herren anderswo ganz gut zu gelingen. Ob Regenbogen- oder Lokalpresse - die Hintergründe ihres Wohlstandes rückt kaum ein Blatt ins rechte das heißt wahre Licht.

Stattdessen wird der adoptierte Puff-Prinz Marcus Eberhardt von Anhalt und angeblich leidenschaftliche Kokain-Schnupfer in der deutschen Öffentlichkeit, im Privat-Fernsehen und der Boulevard-Presse hofiert, als sehnten sich alle nach der Monarchie zurück. 2009 wurde er wegen Besitzes von Kokain in nicht geringer Menge zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt, meldete der Kölner "Express". Vier Jahre lang darf sich Eberhardt nichts zu schulden kommen lassen und muss dem Gericht jeden Wohnungswechsel anzeigen. "Seine Hoheit" sollte also höllisch aufpassen - sonst setzt's wieder mal Knast.

Der Hofberichterstattung machte sich auch die angeblich so seriöse "Pforzheimer Zeitung" verdächtig. Was allerdings der europäische Hochadel über seine feine, neue gekaufte Gesellschaft sagt, wird nicht überliefert. Wahrscheinlich wären auch die adligen Ausdrücke über den Puff-Prinzen nicht gerade salonfähig. „Schlimm“, lässt der echte Eduard von Anhalt, Oberhaupt des Hauses Anhalt, verlauten. Für die Menschen von Sachsen-Anhalt sei es schlimm, "dass so einer mit ihrem Namen rumläuft", sagte er in einem Interview.
Zum Vorbild für die Jugend in unserer Stadt taugen wohl weder Eberhardt, Lauterbach noch Daudert. JW

Zu der "PZ"-Berichterstattung über die Eskapaden des Koks-Prinzen meinen Leser: "Über diesen unsinnigen Bericht kann man nur noch den Kopf schütteln und sich fragen: was bezweckt die PZ damit? Hier muss man sagen (ich zitiere Georges Benjamin Clemenceau - Journalist, 1841-1929) in etwas veränderter Form: Wenn eine vermeintliche hochangesehene Tageszeitung die falsche Sache vertritt, ist das noch schlimmer, als wenn ein Dummkopf für die richtige eintritt."

Und: "Der Zweck des Berichts? Eine bekannte Handwerkerweisheit besagt ja, dass es gut geschmiert viel besser läuft. Ein Schelm, der dabei Böses denkt..."

Mehr Informationen über "Prinz Prolo":

http://content.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2273535_0_9223_-trunkenheit-am-steuer-200-000-euro-busse-fuer-bordell-prinz.html

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,580861,00.html

http://www.express.de/regional/koeln/prinz-protz--ein-jahr-haft-auf-bewaehrung/-/2856/815638/-/index.html

http://www.abendzeitung.de/leute/29885

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2273585_0_1531_-prozess-bordell-prinz-muss-kraeftig-bluten.html

http://www.suedwest-aktiv.de/region/swp_neuulm/ulm_und_neu_ulm/3975954/artikel.php

http://www.princegermany.com/home.html

 

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"Tiere find ich gut. Tiere und Kinder sind ja die Einzigen, wo sich nicht selbst helfe könne", sagt der Prinz. "Im Gegensatz zum Beispiel zu den Arbeitslosen. Für die würde ich nichts machen."